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Technische Hilfeleistung

Eine der Hauptaufgaben der Freiwilligen Feuerwehr Bachmehring ist die technische Hilfeleistung bei schweren Unfällen im gesamten Gemeindegebiet Eiselfing und teilweise in den benachbarten Kommunen. Mit dem Löschgruppenfahrzeug (LF) 16/12 ist die Feuerwehr als einzige der Ortsfeuerwehren in Eiselfing mit einer umfangreichen Ausstattung zur technischen Hilfeleistung, kurz THL, ausgestattet. Die Geräte werden im Folgenden kurz vorgestellt.

Hydraulische Rettungsgeräte

Umgangssprachlich gerne auch „Schere und Spreizer“ genannt, gehören die hydraulischen Rettungsgeräte mit zu den wichtigsten Gerätschaften bei der Befreiung von eingeklemmten Personen bei Verkehrsunfällen und sind in der heutigen Zeit nicht mehr weg zu denken. Dazu gehört aber weit mehr als nur das Schneidgerät oder der Spreizer. Herzstück bildet das Motorpumpenaggregat, welches die Gerätschaften mit einem Druck von bis zu 630 bar mit Hydrauliköl versorgt. Des Weiteren gehören noch ein Satz Rettungszylinder in unterschiedlichen Längen sowie ein kleines Schneidgerät, der sogenannte Pedalschneider, mit zur Ausstattung.

Seit der Indienststellung des Rettungssatzes zusammen mit dem LF 16/12 im Jahr 2002 ist die Fahrzeugentwicklung stetig rasant voran geschritten. Durch immer neue Technologien und Materialien im Fahrzeugbau werden diese immer stabiler, wodurch auch unsere Gerätschaften immer öfter an die Leistungsgrenzen kamen. Daher wurden 2017 unter anderem der Spreizer sowie das Schneidgerät gegen neue, leistungsstärkere Geräte ausgetauscht. Um einen kurzen Eindruck zu den Kräften zu erhalten: Das Schneidgerät besitzt eine maximale Schneidkraft von etwa 1000 kN, was in etwa 100 Tonnen entspricht.

Hebekissen

Die Hebekissen lassen sich sehr vielseitig einsetzen und kommen dann zum Einsatz, wenn Lasten angehoben oder weggedrückt werden müssen, um Personen aus Zwangslagen zu befreien. Um möglichst flexibel auf die Lage reagieren zu können, werden auf dem Fahrzeug unterschiedliche Größen mitgeführt, welche diverse Lasten heben können. Durch diese Abstufung von 20 Tonnen bis hinab auf drei Tonnen können zum Beispiel problemlos eingestürzte Gebäudebauteile wie Betondecken bewegt, aber auch filigranere Arbeiten, wie die Befreiung einer eingeklemmten Hand aus einer Maschine, durchgeführt werden. Die Hebekissen werden mit Pressluft aus mitgeführten Pressluftflaschen betrieben und besitzen einen maximalen Betriebsdruck von zehn Bar. Durch die flache Bauform von etwa zwei Zentimetern können diese auch in enge Spalten geschoben werden. Es können bis zu zwei Hebekissen übereinander benutzt werden, um die maximale Hubhöhe zu erhöhen oder parallel nebeneinander eingesetzt werden, wodurch sich die maximale Hubkraft erhöht.

Abstützen und Stabilisieren

Um überhaupt an einem Unfallfahrzeug oder unter einer angehobenen Last arbeiten zu können, müssen diese in der Regel stabilisiert und unterbaut werden, um ungewollte Bewegungen zu vermeiden beziehungsweise die Last zu sichern. Dazu wird neben einer großen Menge an Rüsthölzern auch ein Abstützsystem der Firma Paratech mitgeführt. Mit diesem flexiblen System lassen sich nicht nur Fahrzeuge stabilisieren, sondern es können auch Decken und Wände abgestützt werden. Die Stützen lassen sich ebenfalls mittels Druckluft ausfahren und können dadurch gesetzt werden, ohne dass sich Einsatzkräfte im Gefahrenbereich aufhalten müssen. Dies ist beispielsweise bei besonderen Einsatzszenarien wie Tiefbauunfällen wichtig, um teilweise eingestürzte Gräben zu sichern, bevor Rettungskräfte zu einer verschütteten Person hinabsteigen.