Brandübungcontainer 2009



Bis an die körperlichen Grenzen gegangen


Eiselfing – Eine Woche lang hatten die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Bachmehring und einige ihrer Kollegen aus den umliegenden Gemeinden nun die Gelegenheit, in einem Übungscontainer den richtigen Umgang mit gefährlichen Rauchgasdurchzündungen im Brandeinsatz zu üben.



Der von der Versicherungskammer Bayern gesponserte Container wurde begleitet von Ausbildern der Berufsfeuerwehr Augsburg, die in sehr interessanten praktischen und theoretischen Unterrichtseinheiten allgemeines Basiswissen über die Gefahren und richtigen Vorgehensweisen bei Brandeinsätzen in geschlossenen Räumen vermittelten und für Fragen zur Verfügung standen.

Höhepunkt der von der Bachmehringer Feuerwehr organisierten Schulung war für jeden Feuerwehrler aber die unvergessliche Übungssituation im Inneren des Brandcontainers, wo ein brennendes Zimmer simuliert wurde. Anfangs wurde die offene Tür des Containers geschlossen, was bewirkte, dass der Rauch nicht mehr abziehen konnte und die Sauerstoffzufuhr unterbunden war. Die Temperatur stieg deutlich an, der Raum füllte sich komplett mit dichtem Rauch und die Übungsteilnehmer hatten keinerlei Sicht. Nach einigen Minuten wurde die Tür wieder geöffnet, das Feuer erhielt plötzlich Sauerstoff und wurde schlagartig größer. Mit kompletter Schutzausrüstung und unter schwerem Atemschutz mussten nun immer wieder Rauchgasdurchzündungen, so genannte „Flashover“ bekämpft werden.

Während eindrucksvolle Flammenzungen über die Köpfe der Feuerwehrmänner hinwegzogen, mussten das Feuer mit der richtigen Löschtechnik bekämpft und die brennbaren Gase im Raum abgekühlt werden. Im Deckenbereich erreichten die Temperaturen knapp 1.000 Grad Celsius und auf Kopfhöhe der knienden Atemschutzgeräteträger erhitzten rund 150 Grad die Schutzhelme. Große Mengen an Wasserdampf, entstanden durch das Löschwasser, legten sich außen auf die Schutzkleidung und sorgten für eine zusätzliche Erhitzung des darunter befindlichen Körpers. Die über mehrere Tage verteilten Übungsdurchgänge führten jeden Einzelnen bis an die körperliche Belastbarkeitsgrenze. Der Flüssigkeitsverlust betrug stattliche ein bis zwei Liter pro Person und musste unmittelbar nach der Rückkehr ins Freie und dem vorsichtigen Ablegen der stark erhitzten Schutzausrüstung wieder ausgeglichen werden.

Die gewonnenen Erkenntnisse über den Ablauf und die möglichen Warnzeichen von bevorstehenden Rauchgasdurchzündungen sind für den Einsatzdienst unerlässlich, denn nur geschulte Atemschutzgeräteträger sind in der Lage, im jederzeit möglichen Ernstfall Gefahren für Leib und Leben erkennen und abwenden zu können.

Zahlreiche Zuschauer aus der Gemeinde Eiselfing und Angehörige der Feuerwehrdienstleistenden zeigten sich tief beeindruckt von den spektakulären Übungsdurchgängen und so mancher musste angesichts von Rauch und Flammen gestehen, dass er sich niemals in den Container getraut hätte.

Bericht: Georg Reinthaler / Fotos: Florian Hasieber Freiwillige Feuerwehr Bachmehring


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