Feuerwehren üben den Ernstfall

Sonntag, 22.02.2009

Brandübungscontainer der Versicherungskammer Bayern in Eiselfing


Vom 30. März bis 03. April 2009 haben 24 Mitglieder der Feuerwehr Bachmehring und 40 weitere Feuerwehrler aus den Eiselfinger Nachbargemeinden die Möglichkeit, an einem Training im sog. Flashover-Übungscontainer teilzunehmen. Dabei werden unter Beobachtung zweier Ausbilder Rauchgasdurchzündungen bekämpft, die im Brandeinsatz jederzeit zur Gefahr für die Feuerwehrdienstleistenden werden könnten. Schutzkleidung und umluftunabhängiger Atemschutz sind das Rüstzeug der Feuerwehrleute. Wichtig dabei ist, dass die Ausrüstung die aus einer Überjacke, Überhosen, Sicherheitsstiefeln, Schutzhandschuhen und Flammschutzhaube besteht, komplett ist und vor allem richtig angelegt wird, denn beim realistischen Üben von Einsatzsituationen in einem Brandübungscontainer beobachten die Teilnehmer den Brandverlauf. Die Einrichtung (Möbel) wird durch eingehängte Spanplatten mit einer Fläche von 10 Quadratmeter simuliert, das entspricht einem Bruchteil der Holzfläche in einem eingerichteten Zimmer.

Durch die Wärmeeinwirkung des Initialsfeuers beginnen die Spanplatten auszugasen und liefern somit die Basis für die spätere Rauchgasdurchzündung (Flashover). Durch die äußerst schwierigen Sichtverhältnisse wird eine reale Situation erzielt. Die Übenden können erkennen, wie die Rauchschicht immer weiter nach unten absinkt. Während der Übung wird die offene Tür des Containers geschlossen, was bewirkt, dass der Rauch nicht mehr abziehen kann und die Sauerstoffzufuhr unterbunden wird. Die Verbrennung wird unvollständig und die Feuerwehrleute im Container haben durch die Verrauchung keinerlei Sicht. Nach einigen Minuten wird die Tür wieder geöffnet. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Öffnen einer Zimmertür in einer Wohnung. Sauerstoff strömt in den Brandraum, das Feuer wird sofort größer. In der Rauchschicht, die sich ungefähr einen halben Meter über den Köpfen der knienden Feuerwehrleute befindet, bilden sich kleine Flammenzungen. Das ist der Beginn einer Rauchdurchzündung. Danach muss die hohe Rauchgastemperatur heruntergekühlt werden, da sich das Feuer sehr schnell ausbreiten und die Übenden gefährden würde. Mit Positionswechseln hat jeder teilnehmende Feuerwehrler die Möglichkeit, selbst einen Flashover zu bekämpfen. Hierbei trainiert der Teilnehmer den Umgang mit einem Hohlstrahlrohr und festigt somit den Umgang mit seinem Handwerkzeug. Die Temperaturen, welche an der Decke des Brandraumes gemessen werden, liegen zwischen 600 und 800 ° Celsius. Auf Kopfhöhe der Feuerwehrkameraden sind es noch 50 bis 90 °C.

Zur Beobachtung der Teilnehmer ist im Container eine Wärmebildkamera installiert, wodurch eine ständige Überwachung nach außen gewährleistet ist. Zusätzlich steht ein Rettungstrupp bereit. Während der Übung steht die Sicherheit der Teilnehmer an oberster Stelle. Ziel der Ausbildung ist es, die Atemschutzgeräteträger so zu sensibilisieren, dass diese eine Flashover-Gefahr im Ernstfall erkennen und deren Durchzündung verhindern können.

Hinweis: Der Übungscontainer wird vom 30. März bis 03. April aus Sicherheitsgründen auf dem Feldweg oberhalb des Wertstoffhofs aufgestellt. Wir bitten um Verständnis, dass der Weg in diesem Zeitraum für den landwirtschaftlichen Verkehr gesperrt werden muss.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, die in den Nachmittags- und Abendstunden stattfindenden Übungen zu beobachten.

Weiterführende (z. T. externe) Links zum Thema:

Rauchgasdurchzündung in der Wikipedia.
Flashover in der Wikipedia.
Bericht der Ameranger Kameraden, bei denen 2008 der Container zu Besuch war.
Infoseite des LFV Bayern zum Brandübungscontainer.
Video eines Durchgangs im Container (Youtube)
Video, auf dem die Durchzündung von Rauchgasen zu sehen ist (Youtube)

Fotoserie einer Übung im Container 2004 in Amerang
Artikel zur Heißausbildung aus der Zeitschrift "Brandwacht" des StMI Bayern









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